Vom jetzigen neogotischen Kirchenbau von 1861, der die frühere Fachwerkkirche ablöste, sind wir gut informiert: es existiert darüber eine Urkunde, die im Altar eingemauert sowie nochmals im Turmknopf hinterlegt ist. Nach dem Kirchturmbrand 1924 wurde letztgenannte Urkunde erneuert . Dort heißt es: "Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. Nachdem im Jahre des Heils 1858, den 10. August, in aller Stille und ohne jegliche Feier der Grundstein zur hiesigen Kirche durch den Maurermeister Böning von Freienseen gelegt worden ist, wurde heute, den 9. Okt.1861, gegenwärtige Urkunde in den Altar gelegt."

Auf der Orgelempore überrascht den Kirchenbesucher ein elegant schwungvolles Barockgehäuse mit Pfeifenwerk von 1967, erbaut von der Firma Förster und Nicolaus, Lich. Der Orgelprospekt ist fast identisch mit der Chororgel des Fuldaer Doms, die von 1718 bis 1729 von Johannes Hofmann errichtet wurde. Klanglich und optisch bilden Fassade und Inhalt eine überzeugende Einheit. Die Register des Hauptwerk befinden sich in der oberen Etage, die Register des Brustwerks sind räumlich darunter platziert. Insgesamt sorgen 16 Register für einen hellen und strahlend frischen Klang. Die Orgel hat mechanische Spiel- und Registertraktur, die Registerzüge sind über den Manualtasten seitlich links davon angeordnet. Die Klanggestalt lässt sich an der Disposition ableiten und lautet folgendermaßen:

I. Manual / Hauptwerk:

1. Rohrflöte 8´ - 2. Quintade 8´- 3. Prinzipal 4´ - 4. Spitzflöte 4´ - 5. Blockflöte 2´- 6. Mixtur 4fach

II. Manaual / Brustwerk:

7.  Holzgedackt 8´ - 8.  Metallgedackt 4´  ( tiefste Pfeifen im unteren Teil des Prospektes ) - 
9. Prinzipal 2´ - 10.      Sesquialter   2 2/3´ + 1 3 /5´ - 11. Zimbel  2 fach

Pedal:

12. Subbaß 16´ -13.  Oktavbaß 8´- 14.  Gedacktpommer 4´ - 15. Feldpfeife 2´ - 16. Pedalmixtur 4fach.

Koppeln & Spielhilfen:
Tremulant für II. Manual, Normalkoppeln gibt es -3- : II - I  /   I - P  /  II  - P

Befund: Christoph Brückner 03/2005